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Vielversprechender Neuanfang nach Insolvenz

Es waren bittere Momente im Winter. Die Krumbacher Firma Funk, bei der 22 Mitarbeiter beschäftigt waren, ging insolvent. Doch inzwischen gibt es Hoffnung - aus Wilhelmshaven.

Vielversprechender Auftakt nach der Übernahme: Geschäftsführer Holger Goldenstein in seinem Betrieb. Im Hintergrund Teile für eine neue Biogasanlage. Foto: Peter Bauer

Es waren bittere Momente im letzten Winter. Die Krumbacher Firma Funk, bei der damals 22 Mitarbeiter beschäftigt waren, musste Insolvenz anmelden. Doch inzwischen gibt es eine vielversprechende Wende. Der aus Wilhelmshaven stammende Holger Goldenstein hat den Betrieb übernommen und sieht eine gute Perspektive. "Die Auftragslage ist sehr gut", sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Für das Jahr 2011 peilt er einen Umsatz in einer Höhe von rund 2,5 Millionen Euro an. Nach Auskunft von Goldenstein sind bei der Firma, die inzwischen HG Metalltechnik Krumbach GmbH heißt, mittlerweile 25 Mitarbeiter beschäftigt.

Goldenstein führt den Berichterstatter der MN durch die Hallen der Firma. Der Blick fällt sofort auf die Teile einer Biogasanlage, die hier bearbeitet werden. 14 Meter soll die Anlage einmal hoch werden, erklärt Goldenstein. Die Anlage sei ein Prototyp, der in dieser Form erstmals gefertigt werde.

Die Biogasanlage steht symbolisch für die positive Wende in der Firma. Vor einigen Monaten war Rechtsanwalt Michael Pluta aus Ulm vom Amtsgericht Neu-Ulm zum Insolvenzverwalter bestellt worden. Die weitere Entwicklung der damaligen Firma Funk war dann teilweise auch im Internet dokumentiert. Beim Blick ins Internet wurde Holger Goldenstein auf die Krumbacher Firma aufmerksam. Damit beginnt eine Geschichte, die auf eine ungewöhnliche Weise Wilhelmshaven an der Nordseeküste mit Krumbach zusammenführt.

Goldenstein ist am 11. April 1964 in Wilhelmshaven geboren. Sein inzwischen verstorbener Vater war Maurer, seine Mutter Friseurin. Goldenstein erlernte zunächst den Beruf des Bäckers, wird schließlich Bäckermeister. Doch eine Mehlstauballergie zwang ihn, sich neu zu orientieren. Er studierte Betriebswirtschaft, sein weiterer beruflicher Weg führte ihn in führende Positionen verschiedener mittelständischer Unternehmen in der Metallbranche, unter anderem in Freiburg, Paderborn und zuletzt Bielefeld. Allmählich sei der Wunsch gereift, selbstständiger Unternehmer zu werden. Im Internet sei er dann auf die Firma Funk aufmerksam geworden, deren Entwicklungsmöglichkeiten vielversprechend seien. Zum 1. Juli habe er dann die Firma übernommen.

"Mit großem Einsatz"

Stahlbau, Gerüstbau oder Schallschutz: Die Firma sei vielseitig aufgestellt. Goldenstein berichtet unter anderem vom Laserschneiden, das eine der großen Stärken der Firma sei, von der großen Lackierkabine für Industrielackierungen, der großen Sandstrahlkabine, vom Schweißroboter in einer beachtlichen Dimension. Und: "Die Belegschaft ist mit großem Einsatz dabei, die Stimmung ist sehr positiv", sagt er. Zusammen mit seiner Familie habe er sich in Mittelschwaben mittlerweile gut eingelebt. "Die Menschen hier sind offen, ehrlich und freundlich." »Kommentar

Den Originalartikel der AZ finden Sie hier